Ötzis Leidensgenossin

Es war in einer strengen Winternacht,
da scharte und kratzte es an der Balkontüre.
Das hat mir furchtbare Angst gemacht
und ich fragte mich, zu was dies noch führe.

Draußen tobte ein gar eis`ger Sturm,
Schnee entlud sich zentnerschwer
und vom 10 m entfernten Turm
war keine Spur zusehen mehr.

Es war so eine grauslige Nacht,
wo man keinen Hund draußen ließe,
als etwas wieder so gruselig an der Tür rum macht,
und ich mich angstvoll-zitternd, zum Nachschauen entschließe.

Rechts bewaffnet mit einem Partner Regenschirm,
links drohend die Pfanne von Tefal,
denn ich bin 15 Jahre Werbung firm,
und weiß genau, das Beste ist, die erste Wahl.

So stand ich nun, mit zweifelnder Siegessicherheit,
vor der Balkontür, die ja nur noch zu öffnen war,
doch machte sich in mir immer mehr Panik breit,
dass wurde mir erschreckend klar.

Schweißgebadet und zitternd stand ich rum,
von Sicherheit nicht die kleinste Spur,
trotzdem legte ich tapfer den Türhebel um:
Ja, schau mal einer Guck!, Da steht `ne Katze nur!

Erbärmlich miauend torkelte sie herein,
das Fell wunderschön konisch zu Spitzen gefroren,
Wie in Addidas-Schuhen lief sie sehr fein,
die Kälte stand ihr Buchstäblich auf den Poren.

Die Katze, die aus der Kälte kam: „Kötzi“.

Wie versteinert sah ich ihr zu,
mir war schon bewusst, dass ich in erster Reihe stand,
da preschte sie plötzlich auf die Viessmann Heizung zu
und verkroch sich auf dessen hitziges Gewand.

Nach der 20 minütigen Maggi Terrine Auftauzeit,
war sie, dank Fischer Man`s Friends ansprechbereit,
und da des Arztes Medizin nicht seine Wirkung tat,
besorgte ich Wick Medinight auf des Apothekers Rat.

Trotz Risiken und Nebenwirkungen,
vom Arzt- und Apothekerbesuch,
kurierten wir ihre Erkältung,
dank dem Katzen-Homöopathie Buch.

Karin Erber (1995)