Bunte Deutsche Edelziege (BDE) – Farbtyp Frankenziege
Der Beginn
Frühe Prägung – klare Entscheidung

Erni & Heidi 2000
Da dieser Farbtyp seinen Ursprung in Bayern hat, war es mir von Anfang an ein Herzensan-liegen, mit unserer Zucht zum Erhalt der BDE, im Farbtyp Frankenziege beizutragen.
Geprägt wurde dieser Wunsch bereits durch die Erzählungen meiner Mutter über die Nachbarsziege „Medi“ aus ihrer Kindheit – ebenfalls eine BDE im Farbtyp Frankenziege (siehe „Über mich“). So entstand schon früh eine ganz persönliche Verbindung zu dieser besonderen Rasse.
Nach einiger Überzeugungsarbeit bei Alois fiel im Frühjahr 2000 schließlich die Entscheidung: Zwei rein-rassige BDE-Kitze – Erni & Heidi –, deren Vater ein gekörter HB-Zuchtbock war, sollten den Grundstein für unsere Hobby-Ziegenzucht legen.
Bereits zwei Jahre später, im Jahr 2002, durften wir uns über unseren ersten Ziegennachwuchs freuen.
Stammmutter erwählt – Erni
Schon früh fiel die Entscheidung, unsere Zuchtlinie über Erni fortzuführen. In Typ, Exterieur, Farbzeichnung, Wesen und ihren züchterischen Anlagen überzeugte sie uns so nachhaltig, dass sie zur Stammmutter unserer Herde wurde.
Gemeinsam mit ihren Töchtern bildete sie die Grundlage für die weitere Entwicklung unserer Zucht. Bereits im Jahr 2004 bestand unsere Herde aus vier Mutterziegen.
Da es zunehmend schwieriger wurde, einen passenden reinrassigen Bock für die Belegung zu finden, entschieden wir uns, selbst einen Zuchtbock anzuschaffen. Im Jahr 2005 ergänzte der typvolle, reinrassige BDE-Jungbock Amadeus aus einem Milch- und Zuchtbetrieb, in dem ausschließlich gekörte Herdbuch-Zuchtböcke eingesetzt wurden, unsere Herde. Seitdem sind wir Bockhalter.

Amadeus, Sommer 2005

2006, erster Nachwuchs von Amadeus
Herdbuch-Zuchtgeschichte
Neustart – Ziel Herdbuchzucht
Die Anpaarung unserer Stammmutter Erni mit Amadeus erwies sich als züchterisch äußerst gelungen. Aus einer Drillingsgeburt im Jahr 2007 konnten wir die beiden Schwestern EL Viola und EL Jasmin als künftige Zuchttiere aufstellen. Sie entsprachen schon ziemlich genau unseren Vorstellungen hinsichtlich Typ, Exterieur und Zuchtrichtung.
Mit den beiden Schwestern, EL Viola und EL Jasmin, bot sich uns die Chance zu einem züchterischen Neustart. Aufbauend auf den Eigenschaften unserer Stammmutter Erni konnten wir unsere Zuchtziele nun noch konsequenter verfolgen.
Da bereits unsere ersten Ziegen sowie dann ja auch Amadeus aus Herdbuchabstammungen stammten, entflammte das Interesse an der Herdbuchzucht immer mehr. Der Bezug zur Herdbuchzucht begleitete unsere Zucht somit von Beginn an.
Der nächste Schritt
Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, erwarben wir im Jahr 2008 den typvollen BDE-Jungbock Roma Florenzo H aus einem Herdbuchzuchtbetrieb. Im Herdbuch wird er als R. Florenzo geführt.
Auch bei den Gesprächen mit dem damaligen Fachberater spielte dieses Thema immer wieder eine Rolle. Ihm hatten die beiden Damen sehr gefallen und er bestärkte uns darin, diese Genetik für die Herdbuchzucht zu erhalten und ermutigte uns, diesen Weg einzuschlagen. Seine Einschätzung gab uns zusätzliches Vertrauen in unsere züchterische Arbeit.
Besonders in Erinnerung geblieben ist uns seine Einschätzung, dass EL Viola auf der Ziegenschau des Gäubodenvolksfestes gute Chancen auf eine Züchterprämie gehabt hätte.
Als einjähriger Jungbock wurde Roma Florenzo auf unserem Betrieb dann gekört und in die Zuchtwertklasse I (ZWKL I) eingestuft.

Roma Florenzo im Alter von 5 Monaten

EL Viola und EL Jasmin, hier im Alter von knapp 1,5 Jahren
2009 kam dann auch der erste Nachwuchs von EL Jasmin und EL Viola jeweils x Roma Florenzo zur Welt.
(Bilderdatum ist falsch, korrekt wäre: 20.01.2009)

EL Jasmin mit erstem Nachwuchs EL Viola mit erstem Nachwuchs
Bis zur Eintragung unseres Betriebes als Herdbuchzuchtbetrieb vergingen jedoch noch einige Jahre. Erst nachdem sich die organisatorischen Voraussetzungen im Verband geändert hatten, konnten wir diesen Schritt im Jahr 2014 schließlich vollziehen.
Fortführung der Zuchtlinie – EL Viola
Anerkennung als Herdbuchzuchtbetrieb
Mit der Eintragung unseres Betriebes als Herdbuchzuchtbetrieb im Jahr 2014 wurde aus einem lang gehegten Wunsch schließlich Wirklichkeit. Die beiden Schwestern EL Jasmin und EL Viola wurden in das Vorbuch (Herdbuch-Abteilung D) aufgenommen und jeweils in die ZWKL I eingestuft.
Mit den Erfahrungen der folgenden Zuchtjahre entwickelten sich sowohl unsere Herde als auch unsere züchterischen Ziele kontinuierlich weiter. So trafen wir schließlich erneut eine bewusste Entscheidung über die weitere Ausrichtung unserer Zuchtlinie.

EL Viola entsprach vom Typ, Rahmen und Charakter her ziemlich meinem Zuchttyp.
Roma Florenzo

Aus der Anpaarung mit Roma Florenzo H brachte sie sehr überzeugende Nachkommen.
„Züchten heißt, mit einem offenen Blick Stärken und Schwächen zu erkennen, Tiere objektiv zu vergleichen und Potenziale richtig einzuschätzen. Nicht Perfektion auf einmal ist das Ziel, sondern die konsequente Weiterentwicklung: Bewährtes festigen, an ein oder zwei Merkmalen gezielt arbeiten und den Zuchtfortschritt Schritt für Schritt voranbringen. So entsteht Zuchtfortschritt – Schritt für Schritt und Generation für Generation.“
Weiterentwicklung der Zuchtlinie – EL Rosella
Zweite Herdbuch-Zuchtgeneration
Mit der im Jahr 2017 geborenen EL Rosella H (HB-Abteilung C, ZWKL I) aus der Anpaarung EL Viola × Roma Florenzo H begann die zweite Generation unserer Herdbuchzucht.
In Typ, Ausstrahlung und ihren züchterischen Anlagen überzeugte uns EL Rosella H so nachhaltig, dass wir uns entschieden, die Zuchtlinie mit ihr gezielt weiterzuführen. Mit ihr setzten wir den eingeschlagenen züchterischen Weg konsequent fort.

W-Toskano
Mit dem sehr harmonischen, ausdrucksstarken gekörten HB-Zuchtbock W-Toskano H, ZWKL I, angepaart,

brachte sie zwei Jahre in Folge jeweils zwei typvolle und vielversprechende Zuchtmütter hervor.
Verbreiterung der Zuchtlinie
Dritte Herdbuch-Zuchtgeneration, ZWKL I
Mit den vier Schwestern EL Lavanda H, EL Lavinia H, EL Lamara H und EL Lamour H aus der Anpaarung EL Rosella H× W-Toskano H begann die dritte Generation unserer Herdbuchzucht.
Die vier typvollen Jungziegen überzeugten uns durch ihre Qualität und eröffneten erstmals die Möglichkeit, unsere Zuchtlinie auf einer breiteren genetischen Grundlage weiterzuführen. Mit ihnen setzten wir den über viele Jahre konsequent aufgebauten züchterischen Weg fort – mit dem Ziel, bewährte Eigenschaften zu festigen und unsere Zuchtlinie Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

2018: EL Lavanda H EL Lavinia H

2019: EL Lamara H EL Lamour H
Mit dieser Generation zeigt sich, wie aus konsequenter Selektion und durchdachten Anpaarungen über viele Jahre eine stabile und leistungsfähige Zuchtlinie entsteht.
R-Milano
Die Anpaarung mit dem rahmigen, hübschen, gekörten HB-Zuchtbock R-Milano, ZWKL I, (hier steht er verkürzt da, da die Leine zu kurz war)

gingen weitere tolle, vielversprechende Zuchtmütter bzw. -anwärterinnen der vierten Zuchtgeneration hervor.
Um den vielversprechenden Jungtieren der nachfolgenden Generationen den notwendigen Platz und die Möglichkeit zur weiteren Entwicklung zu geben, mussten wir im Jahr 2025 erneut eine sorgfältige Selektion unserer Herde vornehmen. Diese Entscheidung fiel uns nicht leicht, war jedoch ein wichtiger Schritt für die konsequente Weiterentwicklung unserer Zucht.
„Die Leidenschaft für die Zucht, die Züchterfreude und der Züchterstolz sind der Motor, der Visionen in Genetik verwandelt und Zukunft Wirklichkeit werden lässt.“
Drei Generationen – eine Zuchtlinie
Nach der Selektion im Jahr 2025 vereint unsere Herde drei Generationen von Ziegenmüttern und Zuchtanwärterinnen. Bewährte Zuchtziegen bilden das Fundament unserer Zuchtlinie, während die jüngeren Generationen nun zeigen dürfen, ob sie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen.
Jede Generation übernimmt dabei ihre eigene Aufgabe: Die älteren Ziegen geben Sicherheit und Kontinuität, die mittlere Generation bestätigt ihre züchterischen Qualitäten, und die jüngsten Zuchtanwärterinnen stehen am Anfang ihres Weges. Erst die kommenden Ablammungen und ihre weitere Entwicklung werden zeigen, welche von ihnen die Zuchtlinie künftig prägen werden.
Aus der Dritten Zuchtgeneration:

EL Lamour H, geb. 2019 (EL Rosella H x W-Toskano H), ZWKL I
Aus der vierten Herdbuch-Zuchtgeneration, ZWKL I:

2022 geb. EL Riella (EL Lamour H x R-Milano) 2024 geb. EL Rilina (EL Lamara H x R-Milano)

2024 geb. EL Rinessa H (EL Lavanda H x R-Milano)
San Remo
Aus der Anpaarung unserer dritten Zuchtgeneration mit dem

rahmigen, hübschen gekörten HB-Zuchtbock San Remo, ZWKL I, kamen zwei hoffnungsvolle Damen, ebenfalls als vierte Zuchtgeneration:

2025 geb. EL Mariell H (EL Lavinia H x San Remo) 2025 geb. EL Morena H (EL Lamour H x San Remo)
EL Riella brachte in Anpaarung mit San Remo die hoffnungsvolle
Fünfte Herdbuch-Zuchtgeneration

2025 geb. EL Morella H (EL Riella x San Remo)
Mit großer Spannung blicken wir deshalb auf die kommenden Ablammungen in 2027 und die weitere Entwicklung unserer jungen Zuchtanwärterinnen – denn erst sie werden zeigen, welche von ihnen die Geschichte unserer Zuchtlinie weiterschreiben werden.
…
Aus den Anfängen unserer Zucht und ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung haben sich im Laufe der Jahre klare Zuchtziele herausgebildet.
Als Orientierung diente uns dabei stets der bekannte Leitsatz: „Züchten heißt, in Generationen zu denken.“
Jede Generation baut auf den Erfahrungen der vorhergehenden auf und trägt unsere Zuchtlinie ein Stück weiter. Mit jeder bewussten Entscheidung schreiben wir ihre Geschichte fort – Schritt für Schritt, Generation für Generation.